Eine Frage wird mir nach wie vor am häufigsten gestellt: Wieso kaufe ich mir nicht einfach ein älteres, gebrauchtes Wohnmobil? Ich werde mir Mühe beim Beantworten dieser Frage geben, auch wenn es mir sehr schwer fällt.

Zum Einen hat es finanzielle Gründe. Einen Transporter auszubauen ist deutlich günstiger als ein fertiges Wohnmobil, weil man sich den Einbau spart. Und der muss ja auch von irgendwem gemacht werden. Außerdem bietet der Selbstausbau die Möglichkeit, auf Dinge wie eine Innendusche zu verzichten. Das spart Kosten und Platz, stellt für mich aber nicht den Hauptgrund für eine Van Conversion dar. Außerdem ist von außen nicht zwangsläufig erkennbar, dass es sich um einen Camper handelt. In großen Städten hat es einige Vorteile, nicht direkt als Camper identifiziert zu werden. Man bedenke, dass Wohnmobile nicht überall gerne gesehen sind und zudem das Einbruchsrisiko sinkt.

Als Abiturient bin ich nie in den Genuss gekommen, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen. Das liegt daran, dass darauf in der Schule überhaupt keinen Wert gelegt wird und, dass ich mich immer wenig dafür interessiert habe. Inzwischen hat sich das geändert und ich würde gerne ein paar Grundkenntnisse erlernen. Ein Van Ausbau bietet sich dafür perfekt an, da von der Dämmung, über die Elektrik, bis hin zur Holzverkleidung, alles eine Rolle spielt – nur eben in Miniatur. Dass jemandem ohne Kenntnisse wie mir nicht auf Anhieb der perfekte Ausbau gelingt, ist irgendwie klar. Das muss man dann eben in Kauf nehmen. 

Am wichtigsten ist mir – ich hatte das hier schon einmal angerissen – die strikte Trennung von Urlaub und  „zu Hause sein“ zu durchbrechen. Ich möchte das Gefühl eines festen Wohnsitzes behalten und mit dem Reiz des Reisens verbinden. Die Dosierung lässt sich ja ganz einfach steuern: Wenn ich mal vier Wochen irgendwo bleiben will, tue ich das. Wenn mir der Sinn, nach einem Roadtrip steht, mache ich eben das. Geht das nicht auch mit einem bereits ausgebauten Wohnmobil? Gut möglich, ich kann es mir jedoch schwer vorstellen. Das ist so, wie wenn in einem fertig möblierten Apartment einzieht. Mir würde da die Verbindung von mir zum Wohnraum fehlen, denke ich.

Mal ganz abgesehen haben ausgebaute Camper für meinen Geschmack wenig Charme. Ich finde, dass sie in der Regel nicht besonders wohnlich wirken und immer ein altbackenes Ambiente vermitteln. Aber das ist ja Geschmacksache und liegt vielleicht auch an der Zielgruppe dieser Wagen, deren Alter deutlich über meinem liegt.

cheers, finn & ingo

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